Truman Capote – begnadeter Erzähler

Heute habe ich beim Frühstück den aktuellen TC Boyle, Die Terranauten, beendet. Es hat sich streckenweise etwas gezogen, aber die Tatsache, dass die Story auf einem wahren Hintergrund beruht hat mich bei der Stange gehalten. Abgesehen davon ist Boyle ohnehin einer meiner Liebling der Gegenwartsliteratur, so dass ich ihm auch die Bücher „verzeihe“, die nicht ganz so stark waren.

TC Boyle Die Terranauten

Ähnlich geht es mir übrigens mit John Irving, der auch zu meinen großen Favoriten zählt.

Auf der Suche nach einem Nachfolger für meine tägliche Dosis „Buch“ habe ich erschreckt festgestellt, dass ich so gut wie nichts mehr zur Auswahl habe und also auf einen (noch verpackten) Klassiker zurückgegriffen habe.  Ein Buch der „Illustrierten Reihe“ der Büchergilde, dass ich auf Vorrat gekauft hatte. Hätte ich selbst keine Lust gehabt, so dienen die wunderschönen Büchergildenausgaben auch immer als tolle Geschenke.

Die Grasharfe

Nun also Die Grasharfe von Truman Capote, dass 1951 herauskam und liebevoll illustriert bei der Büchergilde vorliegt:

20180720_120643Die Grasharfe

Ich habe gerade mal die ersten 25 Seiten der Geschichte gelesen und bin erneut von Capote angetan, der poetischen die Geschichte des kürzlich zum Waisen gewordenen Collin Fenwick erzählt, der bei seinen schrägen Tanten im amerikanischen Süden untergebracht wird. Ich freue mich schon auf’s weiterlesen!

Breakfast at Tiffany’s

Natürlich ist Capote’s bekanntestes Werk Frühstück bei Tiffany’s, dass ich in der umwerfend schön illustrierten Ausgabe der The Folio Society, ebenfalls über die Büchergilde erhältlich, vorliegen habe.

Über die Geschichte muss man dank Audrey Hepburn ja nicht viel sagen, wobei die Person im Buch doch schon ein wenig anders beschrieben ist. Allen voran ist sie blond. Aber mal ehrlich, wen interessiert das? Ich jedenfalls bin der größte Audrey Hepburn Fan. Sie ist für mich eine der schönsten Frauen überhaupt. Wenn ich mir wünschte wie jemand anderes auszusehen, dann würde ich mir nicht etwas Grace Kelly, sondern sie vorstellen:

Sommerdiebe

Sehr begeistert hatte mich auch „Sommerdiebe“ von Truman Capote, einem seiner Erstlingswerke, dass er zu Lebzeiten niemals veröffentlichte, weil es seiner Selbstkritik zum Opfer fiel.

20180720_114448Sommerdiebe

Dieser Einschätzung von Capote selbst kann ich gar nicht folgen. Ich fand die Erzählung, die ein übersättigtes, reiches und gelangweiltes Mädchen in den schillernden 40er Jahren in New York schildert, extrem kurzweilig und brilliant geschrieben.

Grady ist gerade mal 17 und hat einen ganzen Sommer sturmfreie Bude, da ihre Familie zur Sommerfrische mit der „Queen Mary“ eine mehrmonatige Reise nach Europa antritt. Allein in der Hitze des Sommers im brodelnden New York, schildert Capote die verwirrten Gefühle der verwöhnten Upper East Side Göre, die im schwülen New York einigen den Kopf verdreht, nicht ohne selbst Schaden zu nehmen.

Es sind nur 150 Seiten, die einen aber komplett vom Hier und Jetzt ablösen. Zum Glück wurden diese im Nachlaß von Capote gefunden und veröffentlicht!

Wenn man, wie ich die 40er Jahre liebt (siehe Miss Fisher’s mysteriöse Mordfälle) und für den sprachliche Qualität zählt, der wird es verschlingen und zur passenden Gelegenheit gleich nochmal in die Hand nehmen, um diesmal langsam zu machen 😉

So. Nun muss ich los und neue Bücher kaufen, damit ich nach der Grasharfe nicht in Verlegenheit gerate.