Wie style ich Marlenehosen, ohne die Dietrich zu sein?

Marlenehosen sind, waren und werden vermutlich alle Jahre wieder ein großer Trend. Einer, den einige nicht tragen können, denn nicht jeder ist 180 groß und hat perfekte Proportionen.

Und obwohl ich mit meinen 166cm eher zur kleinen Fraktion gehöre und mein Oberkörper im Verhältnis zur gesamten Länge zu kurz geraten ist, funktioniert es bei mir, weil ich doch recht schmal bin. Hier mal ein Beispiel der Variante, die die Namenspatin am liebsten getragen hat – nämlich die Anzugkombi (Marc Cain):

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Anzug Marc Cain, Shirt Marc Cain, Schuhe Steve Madden

Denn der große Nachteil an Marlenehosen ist, dass sie kleine Frauen schnell unförmig erscheinen lassen, da der weite Schlag und die hohe Taille die Proportionen ungemein verändern. Wenn Frau nun vielleicht noch 1-2 Kilo zuviel hat, dann sieht man sehr schnell viel breiter und gedrückter aus, als man ist. Aus diesem Grund würde ich kräftigen Frauen, auch bei aller Liebe zur Marlene, eher abraten.

Natürlich gibt es aber dennoch Tipps und Tricks, um dem Trend frönen zu können. Wenn beispielsweise der kurze Oberkörper das Problem ist, empfehle ich das Oberteil nicht rein zu stecken, sondern locker darüber zu tragen, ansonsten werden die Verhältnisse grotesk.

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Mittlerweile ist ja vermutlich hinlänglich bekannt, dass ich mit Vorliebe dicke Treter trage, also kombiniere ich den Style mit meinen geliebten Ugly Sneakern (Steve Madden). Das dient auch dem Zweck, dass meine Beine im Verhältnis zum Oberkörper nicht noch länger werden. Frauen mit umgekehrten Verhältnis empfehle ich natürlich Highheels. Im Grunde ist der Marlene-Stil für solche Proportionen auch viel besser geeignet, da man die Beine mit einer Marlenehose und hohen Schuhen extrem strecken kann. Zum Glück muss ich nicht drin laufen 😉

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Sehr interessant kann auch eine Layering-, oder Lagen-Optik zusammen mit Marlenehose sein. Das ist besonders für Problemzonen und ungünstige Proportionen wunderbar kaschierend.

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Hose und Mantel Marc Cain, Pullover Sminfinity, Schuhe Convers

Wie Sie sehen, sehen Sie nix. Zumindest nicht, dass mein Oberkörper eigentlich zu kurz für den Look ist. Ich habe einfach einen langen dünnen Pullover (Sminfinity) über einer weich fließenden Marlenehose (Marc Cain) gezogen und die dritte Lage Mantel (Marc Cain) noch mal länger gewählt. Auf diese Weise fließt alles schön ineinander. Dennoch kommt die Hose zur Geltung und das Outfit ist ruhig und unaufgeregt.

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Wie man unschwer erkennen kann, mag ich es, wenn die Weite der Hose aufsetzt und auf dem Schuh Falten wirft. Viele werden das gar nicht mögen und eher versuchen die perfekte Länge mit einem hohen Schuh herzustellen und vielleicht haben sie recht damit. Ich finde es so allerdings spezieller, weniger angepasst. Zu diesem Zweck ist es natürlich wichtig, dass die Hose ein weiches, fließendes Material hat, sonst sieht das einfach nur abgehackt aus.

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Ich persönlich liebe Marlenehosen, oder auch Palazzohosen sehr, unabhängig davon, dass sie meine Körperstruktur nicht unbedingt unterstützen. Aber dafür gibt es ja kleine Tricks, die die Mode vielleicht nicht genauso inszeniert, wie die Designer sich das vorgestellt haben, aber eben so, dass man stimmig aussieht und sich allem voran selbst wohl fühlt.

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Denn am Ende des Tages geht es bei Mode doch genau darum: ich möchte mich wohl und schön fühlen. Mir kommt es oft so vor, dass viele Frauen genau das vergessen, wenn sie sich auf Teufel-komm-raus in die neuesten Trends pressen. Oftmals sitze ich bei Kaffee oder Wein in meinem Lieblingscafe und frage mich allen Ernstes, was die Damen dazu bewegt hat, sich so vermeintlich trendy zu kleiden. Wie würde Guido sagen?

Das tut einfach nichts für sie!

Offenbar fühlen sie sich doch wohl, denn ansonsten würden sie es nicht tragen, denke ich dann, oder?

Oder wissen sie es einfach nicht besser? Oder hat am Ende eine provisionsgetriebene Verkäuferin sie reingequatscht?

Ich weiß es wirklich nicht. Wenn mich jemand um Moderat fragt, rate ich sehr, sehr gerne. In aller Regel rate ich zu mehr Mut. Am allerliebsten würde ich ‚modischen Rat geben‘ gerne zum Beruf machen. Es fragen allerdings höchstens diejenigen, die ohnehin schon stilsicher sind. Und ungefragt rate ich bestimmt niemandem, denn ich weiß ja nicht, ob ich diejenige zutiefst verletze, weil sie sich in ihren Klamotten super schön fühlt…