Frische 50 Jahre jung, so what?

Im Dezember bin ich frische 50 Jahre jung geworden. Wie ich mich fühle? Keinen Tag älter, als mit 49, oder 39 Jahren.

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Ich erinnere mich noch gut, dass ich vor 23 Jahren mit meiner 50-jährigen Mutter im Wald spazieren war und mich über ihre Kurzatmigkeit lustig gemacht und über ihre Gewichtszunahme geschimpft habe. Klar war sie beleidigt und versprach mir, vielmehr hat sie mit mir gewettet, dass ich mit 50 ebenfalls Kleidergröße 40 tragen würde.

Liebe Mama, ich habe Größe 34 und Du schuldest mir 100 DM.

Was sich nicht geändert hat und nicht ändern wird, ist, dass ich körperlich und geistig jung geblieben bin und alles daran setze, um es zu bleiben. Das ist natürlich im Alter mit etwas mehr Mühe verbunden, als in ‚wirklich‘ jungen Jahren, aber der ‚Erfolg‘ ist es mir wert.

Warum ich die Mühe von mindestens 5 mal die Woche Sport auf mich nehme?

Zum einen bin ich schlicht und ergreifend eitel, andererseits hat die körperliche Agilität auch was mit der geistigen Auffassungsgabe und Flexibilität zu tun. Gibt es doch reichlich Studien darüber, wie gesund Sport hinsichtlich Diabetes, Krebs und auch Alzheimer ist. Abgesehen davon ist es für mich die schönste Möglichkeit wirklich abzuschalten. Komme ich zum Beispiel gereizt aus dem Büro, dann will ich nicht darüber reden, sondern malträtiere meinen Stepper, bis jeglicher Ärger ausgeschwitzt ist. Ich bin wieder gut drauf, ausgeglichen und oft genug bekomme ich auf dem Stepper die besten Ideen, wie ich etwas anders, oder besser angehen kann.

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Dennoch verändert sich der Körper natürlich, weil meine Haut leider nicht mehr so straff ist, wie mein Geist. Mein Mann sagte kürzlich so liebevoll zu mir:

Du hast eigentlich nicht mehr Falten im Gesicht, als auch schon mit 40, Spatzl.

Charmant, stimmt aber. Da hatte ich auch schon reichlich, die sich nur unwesentlich vertieft haben. Natürlich lässt die Spannkraft der Haut besonders am Körper nach, aber das gilt für uns beide und ist eher ein Anlass zu Albernheiten. Mein Geheimnis? Ich ziehe mich nach dem Duschen einfach ein bisschen schneller an, als früher und mache wesentlich mehr Armübungen, um nicht automatisch beim Armheben zu winken...und schöne Mode gibt es ja auch mit langen Ärmeln 😉

Wichtiger am altern erscheint mir doch der Umstand, dass ich jedes Jahr mehr in mir ruhe. Jedes Jahr festigt sich mein Selbstbewusstsein dahingehend, dass ich genau weiß, was ich will und was nicht. Das ist ein Prozess, der sich seit Mitte 30 ernsthaft vollzieht. Die Zeiten, wo ich auf jeder Party tanzen musste und von jedem gemocht werden wollte, sind vorbei. Obwohl – ganz ehrlich – es ist mir schon lieber, wenn man mich mag. Warum auch nicht?

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Es ist ungemein entspannend, wenn man einfach mit einem guten Buch daheim sitzen kann, ohne zu befürchten etwas zu verpassen, oder in Vergessenheit zu geraten.

Mein nunmehr 10 Jahre andauernde Ehe fühlt sich noch genauso frisch an, wie meine 50; ich habe einen kleinen, aber umso geschätzteren Freundeskreis, von denen ich keinen missen möchte, egal wohin es mich 2019 verschlägt; ich genieße es, dass ich mittlerweile eine kleine feine Lesergemeinschaft auf meinem Blog habe, den ich erst mit Mitte 40 ins Leben gerufen habe; ich liebe meine deutlich größere Instagram-Familie, die mich in modischen Fragen bestätigt und inspiriert; ich bin froh ein Kind der analogen Telefone zu sein, die jetzt ihr Datenvolumen regelmäßig sprengt.

Kurz: ich liebe mein Leben an der Seite meines Liebsten.

Mit 50 stehe ich an der Schwelle von viel Neuem. Das ist wirklich aufregend und ich freue mich darauf, denn ich fühle mich stark. Stärker als mit 40. Stärker, als je zuvor.

PS: Einen gravierenden Nachteil hat das Alter allerdings: man steckt eine auch noch so kleine Feier, wie mein kuschliges Weißwurstfrühstück zum 50sten, nicht mehr so einfach weg. Am nächsten Morgen habe ich wie 100 ausgesehen, hihi

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Geburtstag im Altstadt-Restaurant Ludwig