Cool, cooler, Vintage

Meine Lieben der Büchergilde Wiesbaden haben mir ein Buch empfohlen, auf dass ich von alleine wohl nie gekommen wäre „Vintage“ von Grégoire Hervier.

Ein literarischer Roadmovie über das größte Rätsel der Rockgeschichte

…verspricht der Klappentext.

Und? Was geht das mich an?

…antwortete ich der schwelgenden Mitarbeiterin, die begeistert über dieses Buch sprach und mir versicherte, man müsse keine Musikleidenschaft haben, um dieses Buch zu mögen.

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Wie recht sie doch hatte! Ich lieb(t)e es, auch wenn ich nicht sämtliche Gitarrennamen von Gibson und auch nicht sämtliche Blues und Rock Musiker kannte und schon gar nicht wusste, welcher Interpret welche Gitarre zu ungeahnten Verkaufsschlagern gemacht hat. Und was ich noch nicht wusste ist, mit welcher unglaublicher Leidenschaft man sich über jedes winzige Detail einer Gitarre derart ereifern kann.

Und? Wen interessiert’s, fragt Ihr jetzt.

Euch. Versprochen. Es stellte sich nämlich heraus, dass es sich um einen sehr lässigen Krimi in Form eines Roadmovies handelt.

Thomas, ein liebenswerter, französischer Möchtegernmusiker, also erfolglos, aber enthusiastisch, soll sich, beauftragt von einem schottischen Lord, auf die Suche nach dem Beweis für die Existenz einer Vintage Gitarre, der „Moderne“, von 1957 machen, die lediglich ein Mythos zu sein scheint.

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Er verfolgt viele Spuren im Internet, die ihn schließlich in auch in die USA nach Memphis, Tennesse bringen, wo er hofft bei einem Elvis Double fündig zu werden. Doch dieser hatte sich, so findet er heraus, eine Kopie andrehen lassen. Für diese Erkenntnis ist Elvis alles andere als dankbar, doch Thomas entgeht vorerst einer ordentlichen Tracht Prügel. Statt dessen verschlägt es ihn an die Ole Miss (University) in Oxford, Mississippi, wo er sich mit Lorraine, die alles über die Entstehung des Blues und Rock ’n’ Roll bei der Recherche zusammentut.

Sie stoßen auf Li Grand Zombi Peterson, der nur eine einzige Single mit A und B Seite aufgenommen hatte, auf der Thomas eindeutig den charakteristischen Sound der „Moderne“, jenes legendären Prototypen von Gibson, erkannt haben will. Die Verfolgung dieser Spur führt ihn bis in die Untiefen des Voodoo, denn Zombi, ein Albino Schwarzer, gilt als verflucht.

Zwischenzeitlich erfährt Thomas, dass der Lord gar kein Lord ist und Zweifel über die versprochene Belohnung in Höhe von einer Million Euro nagen an ihm. Dennoch kann er nicht ablassen von der Suche, die ihn schlussendlich bis ans Grab von Zombi führt, dass Elvis soeben schändet.

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Das packende Solo beginnt und es endet mit der „Moderne“.

Ganz ehrlich: das müsst Ihr lesen!

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Da bleibt mir noch „Lieben Dank“ für diese tolle Empfehlung an meine Lieblingsbuchhandlung, der Büchergilde Wiesbaden, zu sagen!