Kumulierter Frust bei fortlaufender Ereignislosigkeit

Neulich habe ich einer befreundeten Bloggerin (auch eine Nicole) einen Kommentar auf ihren Wochenrückblick hinterlassen. Sie schrieb, dass es ihr schwer falle etwas zu Papier, äh auf den Bildschirm zu bringen, da sie nicht wirklich mehr etwas erlebt:

Hi Nicole. Ich bin voll bei Dir. Mir gehen auch langsam die Worte aus, weil ich nichts mehr erlebe und so langsam empfinde ich das als Belastung.
Über das Wetter brauchen wir gar nicht reden. Soll noch mal einer gegen Hitze wettern, dann bekommt er es mit mir zu tun.
Es ist ein bisschen wie Murphys Law: “Anything that can go wrong will go wrong / Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“
Je frustrierter ich bin (und da bin ich sicherlich nicht alleine), umso frustrierender wird es. Momentan praktiziere ich das Gegenteil von „positivem Denken“….

So….mal bisschen bei Dir rumgejammert…sorry….trotzdem schönes Wochenende,
Nicole

Hexen und Prinzessinnen Blog

Nicht zuletzt aufgrund der schlicht und ergreifenden Langweile komme ich bestimmt auf so doofe Ideen, wie wieder intensiv ans Rauchen zu denken (was ich nicht tue) oder permanent Shoppen zu wollen (was ich nicht tue). Selbstverständlich brauche ich nichts von beidem. Warum auch…

Seit knapp 3 Monaten bin ich jetzt rauchfrei und ich genieße am meisten, wie gut ich riechen kann. Es gibt auf meiner Tour zu Arbeit (mit dem Roller) z.B. ein paar Meter, auf denen es nach Kiefern, Zedern und Lavendel riecht. Das versetzt mich sofort in die Provence, wo ich nächstes Jahr unbedingt mal wieder hin möchte. So denn alles wieder einigermaßen normal läuft…

Jammern auf hohem Niveau

Dieser Tage hadere ich damit, dass ich offenbar erst jetzt realisiere, was ich wirklich vermisse. Eigentlich möchte ich ein Mensch sein, der jederzeit schätzt was er hat, bzw. worauf er Zugriff hat. Ich hätte schon ein Dutzend mal öfter in der Provence sein können, war aber zu faul, habe Städtereisen vorgezogen, musste unbedingt was Neues erleben und so weiter. Jetzt sehne ich mich danach.

Wie ich mich auch danach sehne einfach mal wieder irgendwo zu sitzen, einen Wein zu trinken und Leute zu beobachten, oder bestenfalls kennen zulernen, um endlich auch hier, in unserer neuen Heimat, ein soziales Netz aufzubauen. Aber als wir gestern bei eher mäßigem Wetter in die Stadt gegangen sind, haben wir wieder festgestellt, wie ungeheuer voll es ist und wie ungeheuer unwohl wir uns dabei fühlen. Wir sind dann schnell nach Hause geflüchtet, mit kleinem Zwischenstopp bei Beats&Barbeque (Bierchen + Reggae = sehr cool).

Visualisiere Deine Dankbarkeit

Jetzt ist es aber wirklich genug mit der Jammerei. Zeit zu visualisieren, wofür ich dankbar bin. Und da gibt es wirklich eine ganze Menge! Los geht’s:

Wir sind (und das ist wohl das Wichtigste) GESUND. Und das gilt auch für unsere Lieben.

Wir haben und hatten zu keinem Zeitpunkt Geldsorgen.

Wir haben ein schönes Zuhause. Seit Corona ist es sogar noch viel schöner, weil wir uns viel Neues gegönnt haben.

Die wunderbaren Thonet-Stühle zum Beispiel, die so eine herrliche Leichtigkeit in die Wohnung gebracht haben.

Wir haben uns. Und wir können uns trotz intensivem Aufeinanderhängen immer noch riechen (meistens, hihi).

Auch für das Büdchen gegenüber bin ich sehr dankbar.

Ich habe einen neuen Job, der mir endlich erlaubt Dinge zu Ende zu denken. Ich genieße sehr, nicht unter permanenten Zeitdruck zu stehen.

Ich bin rauchfrei! Und bis auf gelegentlich nervige Psycho-Anwandlungen genieße ich es.

Ich habe den besten Freund der Welt, auch wenn er nicht hier vor Ort ist.

Ohne Gleichen.

Ich liebe unsere neue Heimat und kann es nicht erwarten mehr von ihr zu entdecken.

Ab nächstem Wochenende will ich meine Nase in ein paar Ateliers stecken. Mindestens die in der Nachbarschaft 😉

Solange kann ich den Ausblick genießen und mich in gute Bücher und gute Blogs versenken.

Unabhängig davon langweilt mich „Die einzige Geschichte“ ein wenig…

Und demnächst fliege ich eh zur Arbeit.

Da wird mein Roller ein bisschen beleidigt sein…

Wie konnte ich nur frustriert sein, ich Depp? Die Sonne scheint, den Rhein ist gleich nebenan. Ich geh jetzt mal joggen.

Wie sieht es bei Euch aus? Langsam die Corona-Luft raus, ob mit oder ohne Aerosole?

Habt einen schönen Sonntag Ihr Lieben.

17 Kommentare zu „Kumulierter Frust bei fortlaufender Ereignislosigkeit

  1. Liebe Nicole,
    am Anfang dachte ich: Oh, die Arme. Jetzt denke ich: Sie hat die Kurve gekriegt. Mir geht es manchmal auch so, aber das ist wohl auch normal.
    Denn wir sind ja quasi echt alle runtergefahren worden. Aber: So wie du, besinnt man sich auf Dinge, die wirklich gut sind. Aber shoppen- könnte ich mal wieder. Zumal ich nie ans Rauchen denke, haha. Und ich finde es klasse, dass du es geschafft hast, aufzuhören. Ihr habt es wirklich schön.
    Deshalb war das ein sehr schöner Post.
    Hab einen feinen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. hihi…jetzt habe ich Dich zwei mal…danke dafür! Ich weiß ja, dass ich im Grunde genommen vom Glück verfolgt bin. Ist einfach nur so eine ungünstige Momentaufnahme, die vielleicht auch was mit Hormonen zu tun hat, wobei ich das nicht wirklich weiß 😁 Es wird schon wieder. Normalerweise bin ich nicht der Typ dafür und auf alle Fälle hatten wir heute einen super schönen Tag.
      Also Danke und ganz gutgelaunte liebe Grüße!
      Nicole

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  2. Liebe Nicole,
    ich glaube, mein Kommentar hat sich verabschiedet.
    Anfangs dachte ich: Schade, dass sie so frustriert ist. Das kenne ich nicht von dir. Dann die Drehung und ich dachte: oh, wie schön! Und bei euch ist es schön. Und was dir gefällt, sind die Dinge, die auch ich wichtig finde.
    Prima, dass das mit dem Rauchen aufhören geklappt hat. Aber shoppen- ich könnte irgendwie mal wieder. Ach wenn ich eigentlich nichts brauche.
    Hab einen intensiven und schönen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Nicole

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  3. Hallo Nicole,
    du hast es genau richtig gemacht. Wenn man frustriert ist, sollte man sich vor Augen halten, was man alles hat und für was man dankbar ist und nicht das, was man vermisst. Bei mir hält sich der Frust in Grenzen. Ich finde es allerdings auch schade, dass wir vorläufig nicht reisen können und dass der Sommer sich dem Ende neigt. Aber nächste Woche soll es ja noch mal ganz schön werden…
    Liebe Grüße
    Reni

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  4. Liebe Nicole,
    klar fehlt mir auch so manches. Aber ganz ehrlich, dafür erleben wir jetzt andere schöne Dinge, über die wir vorher vielleicht (nie) nachgedacht haben und lernen andere, die selbstverständlich waren, schätzen.
    Trotz meiner angeborenen Unruhe und Reiselustigkeit, bin ich glücklich und zufrieden mit den vielen kleinen schönen Momenten, die jeder Tag bereit hält und bin dankbar dafür. Mein Credo ist schon immer, man muss diese Momente aber erst einmal wahrenehmen bevor man sie lieben und schätzen kann.
    Schönen Sonntag nach Düsseldorf
    Sigrid

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    1. Du hast natürlich so recht Sigrid und ich weiß das auch, aber irgendwie ist bei mir gerade der Wurm drin. Hat vielleicht auch was damit zu tun, dass ich mich hier mit niemanden groß privat treffen kann, weil wir einfach noch niemanden kennen. Denke, dann wäre es was ganz anderes. Egal. Ich sage ja: jammern auf hohem Niveau und ich gelobe Besserung!
      Schade, dass Du nicht in der Nähe wohnst 😉

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  5. Liebe Nicole, ich finde es absolut in Ordnung auch mal zu jammern, wenn einem quasi die Decke auf den Kopf fällt, auch wenn es auf hohem Niveau ist. Aber du hast dann so wunderbar den Bogen zu deinen schönen Ereignissen geschafft, sodass Trübsalblasen gleich mal wieder weg war. Mein heuriges Jahr ist bisher im wahrsten Sinne des Wortes total durchwachsen und zwar auch unabhängig vom Wetter und unabhängig von diesem Corona. Daher hält sich bei mir die Langeweile in Grenzen – anfangs dachte ich „OK – aller Dinge sind drei und damit sollte es jetzt gut sein!“ Aber irgendwie bildet das erst den Auftakt zu weiteren nicht erfreulichen Ereignissen – aber ich denke trotzdem, dass die meisten ein noch unglücklicheren Verlauf haben können. Daher bin ich dennoch dankbar für den aktuellen Stand.
    Hab einen ganz wunderbaren Sonntag und alles Liebe Gesa

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    1. Hach, danke liebe Gesa. Am Ende des Tages haben wir alle viel lernen müssen dieses Jahr. Aber wie gesagt, gibt es so viele, die es so viel schwieriger hatten. Tut mir leid, wenn das auch bei Dir der Fall war. Ich hoffe einfach, dass wir nächstes Jahr nur noch darüber staunen und sagen: weißt Du noch, als wir überall Masken tragen mussten…
      Es wird schon wieder werden…
      LG und einen schönen Sonntag, Nicole

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  6. Liebe Nicole,

    weisst Du welchen Satz ich im Moment seit Corona so richtig inzwischen Hasse.

    “ Du hast es doch zuhause wie im Paradies „. Klar mein Mann hat wegen seiner zwei Operationen während Corona und weil er Glück hatte, schnell wieder fit zu sein, viel bzw. sehr viel bei unseren 1000 qm geschafft und wir haben auch endlich unseren Pool. Noch nicht da wo er hin soll, das kommt dann nächstes Jahr. Aber jedes Paradies kann auch mal in Enge (gezwungener ) Maßen ausarten. Freude kam auf, als unser Bekannter meinen Mann auf ein Bierchen besuchte. Juhuuu, schwups war ich in der Küche verschwunden für einen kleinen Snack und für ein Glas Wein für mich und draussen im Garten die Sonne genossen. Als andere Bekannte uns auf Ihrer Fahrradtour spontan in Gartenmontur besuchten. „Highlight“. Mir fehlt die Spontanität. Mir geht das mit den Masken auf den Keks. Klar ich trage Sie, aber langsam finde ich es als Belastung. Vor allem wenn man Migräne hat, ich hatte dieses mal das Gefühl, das es dadurch mit Maske tragen schlimmer ist. Nicht zu der Hochzeit unserer Familie in Frankreich sein zu können. Das tut weh. Sylt…. schade. Aber das kann ich noch verknuseln. Mein geliebtes Libori…. vermisse ich schmerzlich. Wäre aber wegen der Menschenmassen nicht gut. So langsam komme ich in so einen leiernden Zustand. Klar bin ich froh, Gesund zu sein, toi toi bislang keine Kurzarbeit. Aber etwas fehlt doch irgendwie…..

    Positiv Denken höre ich immer. Klar…. mache ich. Ich baue mir gerade meine kleine Traumwelt für 2021 🙂

    Danke für deine schönen Blogbeiträge. Sie regen immer so schön zum Nachdenken an. Herzlichen Glückwunsch 3 Monate rauchfrei !!! Super ! . Wenn ich das mit der Schokolade auch so schaffen wurde. *lach*. Geraucht hatte nich noch nie. Der eine Zigarettenzug bei meiner Mutter war so einprägsam. *hüstel* Mir war so ko…. schlecht danach.

    Liebe Grüße
    elke von elkevoss.de

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    1. Ach Elke. Schön, dass Du mich verstehst. So geht es mir auch. Vielleicht sollten wir uns nicht dafür schelten, dass wir einfach mal solche Durchhänger haben. Mein Mann ist bis Ende des Jahres im Home Office. Und ich sag Dir eins: ich bin null neidisch. Wenn ich nicht wenigstens zur Arbeit gehen würde, dann wäre ich schon Aluhut-mäßig Amok gelaufen 😉
      Wir müssen leider trotzdem durchhalten und das schaffen wir, ok?!
      LG Nicole
      PS: Vielen Dank für das Kompliment. Das bedeutet mir viel.

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  7. Liebe Nicole,

    es ist doch vollkommen normal, dass einem alles zuviel ist und man auch mal jammert! Solange aber da jemand ist, der einem den Kopf wieder zurecht rückt, passt das schon. Wenn man es selbst schafft, sich sozusagen aus dem Frust herauszuziehen, ist es noch besser.
    Uns geht es so gut. Wir leben hier in Deutschland im Paradies, haben keinen Krieg und können alles sagen, was wir denken, ohne Prügel und Gefängnis befürchten zu müssen. Dass dies von einigen ausgenützt wird, ist mir unverständlich.

    Du hast ein wunderschönes Zuhause und auf Deinem Balkon würde ich auch gerne lesen und träumen…. Trotzdem gibt es Sehnsuchtsorte wie die Provence oder für mich die Bretagne. Da kommen wir schon wieder hin und es wird noch viel schöner – bestimmt.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Nacht und sende aufmunternde Grüße
    Erika

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    1. Hi Erika, danke für’s zusätzliche Aufbauen. Hat mir a) gut getan Frust abzulassen und b) liebswürdige „das geteilte Leid ist halbes Leid“ Rückmeldungen zu erhalten. Seit man so ‚unsozial‘ ist, versäumt man vielleicht hin und wieder über den Tellerrand zu schauen und dabei ist das immer so wichtig. Denn klar geht es uns gut. In Deutschland, hier in Düsseldorf und besonders bei mir in der Wohnung bei meinem Liebsten 🥰
      Hab eine schöne Woche, Nicole

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