Turne in die Urne

An der einen oder anderen Stelle habe ich schon anklingen lassen, dass ich ein Bewegungsfreak bin und relativ viel Sport mache. Eigentlich war ich schon seit meiner frühesten Kindheit sportlich. Anfangs gezwungenermaßen, weil meine Mutter unbedingt eine kleine Ballerina aus mir machen wollte. Aber der Ballettunterricht war ebenso unfruchtbar wie der Klavierunterricht.

Ich habe dann viele Jahre Tennis gespielt, etliche Jahre Squash, habe immer viel Fitness trainiert und war kurzzeitig sogar mal Aerobic Trainerin. Sehr kurz, weil sehr untalentiert.

Ich liebe Bewegung. Und ich weiß, wie wichtig Bewegung ist, um gesund und vital zu bleiben. Aktuell ist meine liebe Schwiegermama mehrfach gestürzt. Sie ist über 80 und gehört natürlich zu der Generation, die nie Sport getrieben hat. Je älter sie wurde, desto weniger hat sie sich bewegt, obwohl sie durch viel körperliche Arbeit eigentlich „richtig gut beisammen“ war. Aber sie ist Frau, Ihre porösen Oberschenkelknochen haben sofort nachgegeben und sind gebrochen. Muskulatur, um den Sturz zu verhindern, oder um die Knochen zu schützen, war nicht mehr vorhanden.

Mal ehrlich. Wer kennt das nicht: kaum hat man 2 Wochen nix gemacht, ist man schlapp im Quadrat. Langer Rede kurzer Sinn: wehret den Anfängen.

Regelmäßiges Training stärkt Herz und Kreislauf und hält die Muskulatur in Schuss, die wir brauchen, um uns vital zu fühlen.

Plädoyer für Sport im Alter – in jedem Alter –

Streng genommen müsste man je älter man wird immer mehr machen, denn je älter wir werden, desto schneller verlieren wir Muskelmasse. Es gibt da das böse Wort: Sarkopenie. Klingt ein bisschen nach Sarg, oder?

Ab dem 30. Lebensjahr baut der Mensch bis zu ein Prozent Muskeln pro Jahr ab. Die Muskeln werden nach und nach in Fett umgewandelt. Ohne Sport büßt ein Mensch bis zum 80. Lebensjahr bis zu 40 Prozent seiner Muskelmasse ein. Mit 100 hat sich die Muskelmasse dann um 70 Prozent reduziert.

NDR/Ratgeber – Muskelabbau: Das unterschätzte Risiko

Besonders für uns Frauen kommt das zusätzliche Risiko der Osteoporose hinzu. Grundsätzlich nimmt die Knochendichte mit zunehmendem Alter ab, aber durch Belastung stärkt man nicht nur die (Halte)Muskulatur, sondern auch den Knochen selbst:

Das » Wolff’sche Gesetz beschreibt eine ganz entscheidende Erkenntnis: Wenn der Knochen belastet wird, baut er sich auf – wenn der Knochen keine Belastung erfährt, baut er sich ab. Der Knochen folgt in seiner Form der Funktion, d.h. der Knochen passt sich an die an ihn gestellten Anforderungen an.

Osteoporose Selbsthilfe Dachverband – Belastung stärkt den Knochen

Das Wort zum Sonntag über das WARUM. Hier nun mein WIE.

Ich gebe zu, dass ich weitaus weniger ehrgeizig bin als in jüngeren Jahren. Aber an meiner Regelmäßigkeit hat sich nie etwas geändert. Und die beläuft sich auf mindestens fünf Mal die Woche.

Mindestens fünf Mal in der Woche stärke ich mein Herz-Kreislauf-System durch Radfahren, Walken, Joggen oder Steppen. Jeweils über mindestens 40 Minuten. Zusätzlich mache ich mindestens drei Mal pro Woche muskelaufbauende, oder muskelerhaltende Gymnastik.

Ich verbinde Bewegung am liebsten mit meinem „normalen“ Leben. Mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit zum Beispiel. Ich nehme grundsätzlich Treppen und bewege mich an sich immer zu Fuß. Zum Beispiel laufe ich in die Innenstadt, was zusätzlich 4,5 Kilometer sind. Und abends, wenn ich ohnehin fernsehe, dann stelle ich mich dabei auf meinen kleinen Stepper.

Mittlerweile habe ich eine kleine Choreografie für mein gleichzeitiges Armtraining entwickelt. Gewichtsmanschetten, wie man sie hier bei Gorilla Sports findet, machen das ganze ziemlich schweißtreibend effektiv. Etwas schwerere Manschetten verwende ich für meine Beinübungen. Zusätzlich kommen auch Hanteln zum Einsatz, mit denen ich zum Beispiel Kniebeugen erschwere, oder mein Armtraining intensivere.

Mit freundlicher Unterstützung von Gorilla Sports.

Es gibt viele Tipps und Tricks, Training effektiver zu machen. Und während ich das schreibe habe ich mir eine dieser Vibrationsplatten bestellt, denn mittlerweile gibt es wohl viele Nachweise, dass das Ausgleichen des Gewackels definitiv gut für die Tiefenmuskulatur ist. Wenn ich mehr Platz hätte, dann würde ich meinen Mini-Stepper noch lieber durch einen richtigen Crosstrainer, oder ein beziehungsweise am liebsten mehrere Cardiogeräte, ersetzen.

Neben der Belastung lege ich auch viel Wert auf die Entlastung, das Dehnen, das Runterkommen. Auf meiner Yogamatte mache nach dem Training Stretchingübungen, die ich immer mit dem Überstrecken meiner oberen Wirbelsäule beende, weil ich auf keinen Fall jemals einen so schlimmen Buckel haben will, wie meine Oma ihn hat.

Klar. Sie ist auch ohne Sport 97 Jahre alt geworden und in dem Alter ist es vermutlich normal körperlich so schlecht beieinander zu sein. Aber der Buckel, der ihr arge Schmerzen bereitet, resultiert aus der aktiven Muskel-Verkümmerung, der nichts entgegengesetzt wurde.

Mit mir nicht! Ich turne in die Urne.

Wie siehts bei Euch aus?

29 Kommentare zu „Turne in die Urne

  1. Liebe Nicole, ein toller, interessanter und auch wahrer Beitrag, mit dem du mich auf dem falschen Fuß erwischst. Bei jedem deiner Sätze habe ich bildlich den Kopf immer mehr eingezogen – ja, mir ist das alles klar, ich weiß, wie wichtig Bewegung für uns alle und besonders auch in den älteren Jahren ist. Ja rational ist alles da, aber auf die Beine bekomme ich das ganz schlecht. Ich habe wohl an dem Tag geschwänzt oder es einfach verschlafen, als das Bewegungsgen verteilt worden ist. Trotzdem habe ich schon Einiges versucht – ich bin wirklich ein halbes Jahr regelmäßig mindestens fünfmal die Woche gelaufen. Aber dieser Flow oder diese Gewöhnung haben sich bei mir auch nach dieser Zeit nicht eingestellt und irgendwie ist das dann eingeschlafen. Im Alltag integriere ich Bewegung schon mal gerne so nebenbei – so gehe ich öfters zur Arbeit, benutze unbewusst eigentlich immer die Treppe, wenn vorhanden und kann bei einer Stadtbesichtigung stundenlang durch die Stadt laufen, während die anderen schon mal nach Pausen verlangen. Aber alles was so richtig in die Thematik Sport fällt, ist einfach nicht Meins. Danke jedenfalls fürs Erinnern und die Matte habe ich gleich hervorgeholt – mal sehen, ob das heute noch was wird 😉
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe Gesa

    1. hähähä….ich hab da eigentlich kein Sendungsbewußtsein, freue mich aber, wenn ich Dich inspiriert habe.
      Als langjähriger Raucher, der immer wusste, was ich meiner Gesundheit so antue, werfe ich bestimmt nicht den ersten Stein! Ich hab oft das Gefühl, dass „zu scharf“ an den Sport rangegangen wird, so dass man sich selbst zu sehr unter Stress setzt. Ist auch nicht einfach etwas zu finden, was einem Spaß macht, so dass man es regelmäßig machen möchte. Bei mir persönlich reicht es das Gefühl danach zu kennen, um mich zu motiveren…
      Vielleicht geht es ja so:
      Gestern bin ich gesteppt (bei wildem Musikhören), habe mich von meiner neuen Vibrationsplatte durchschütteln lassen und habe im Anschluss wild eine Stunde gedanced, weil die Musik so cool war. Heute Morgen heftiger Muskelkater…
      Schweißtreibendes Tanzen ist auch Sport 🙂

      LG und schöne Woche,
      Nicole

  2. Liebe Nicole,
    wow- ich bin platt. So viel Sport???? Oh man. Meine Bewunderung sei dir sicher.
    Ich mag keinen Sport- ich bekenne. Auch, wenn ich schon immer ‚was‘ gemacht habe und mir auch klar ist, dass ich was machen muss.
    Deshalb ja, aber ist es der Rede wert? Ähm, ich denke nicht.
    Hut ab! Aber mein bisschen mache ich weiter. Denn: ich möchte fröhlich in die Urne hüpfen ;)).
    Hab eine gesunde Restwoche.
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. 🙂 dafür werkelst Du ja reichlich. Das zählt auch, liebe Nicole. Ich dagegen sitze bei der Arbeit und beim exzessiven Lesen natürlich auch. Ein Ausgleich ist da einfach wichtig.
      Hab Du auch eine schöne Restwoche.

  3. der slogan ist klasse. passt bei mir nicht, was ich aber versuche ist im rahmen der möglichkeiten ein bisschen sport wie ergometer, hanteln, boxen, gymnastik. ich bin allerdings, obwohl durchaus sportlich, bveweglich wie ein brett 🙂 dennoch tut es gut, sich mal auszupumpen. leider seit anfang märz im homeoffice vergammelnd mnit ausnahme obiger betätigungen. egal wie wenig, immer hilft es.

    1. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung! Versuche ich immer meinem Mann zu sagen, hihi….
      Bei Dir hört, liest es sich nach einigem!
      Mit Home Office gebe ich Dir recht. Ich hab das Gefühl man sitzt noch viel intensiver, als im Office….da hat man halt doch weitere Wege in die Küche, oder geht mal bei Kollegen vorbei….
      Man(n) muss sich jetzt eben sehr stark selbst motivieren. Das fällt im Herbst/Winter oft sehr schwer, wenn es nach „Laptop zuklappen“ schon dunkel ist.

      Danke für’s reinschauen, Keloph.

  4. Wow, da bekomme ich ja ein richtig schlechtes Gewissen. Vor Corona habe ich 2 Fitnesskurse besucht und getanzt. Zur Zeit tanze ich nur noch per ZOOM. Aber ich gehe mehr zu Fuß als vor Corona. Jedenfalls weiß ich jetzt, warum du kein Gramm Fett am Körper hast.
    XO Reni

    1. Ohhh Reni….danke, danke, aber ich habe deutlich mehr Fett, als mir lieb ist. Vor allem, seit ich nicht mehr rauche. Abgesehen davon esse ich wirklich viel. Habe immer ein schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber, der isst wie ein Spatz. Bräuchte ich eigentlich nur so einen Körner-Knödel hinhängen….
      LG und schöne Woche noch, Nicole

  5. Och Nicole, ich mag Sport gar nicht und mir fällt es so schwer den inneren Schweinehund zu überlisten. Treppen steigen, zu Fuß gehen, das ist alles kein Thema. Ich versuche auch jeden Tag ein paar Übungen für Rücken, Bauch und Bandscheibe, außerdem ein paar Yoga-Asanas zu machen. Aber sobald ich mal aus der Regelmäßigkeit raus bin, geht gar nichts mehr. Und das ist deutlich zu wenig.
    Dein Artikel hat mich aber gerade zum Thema Osteoporose wieder mal aufgerüttelt, und ich weiß ja wie wichtig Bewegung ist, ich werde mir ab heute mehr Mühe geben, Muskeln aufzubauen und auch sonst etwas fitter zu werden und zu bleiben.
    Liebe Grüße
    Sigi

    1. Du mit Sport und ich mit Anziehen. Da haben wir uns doch schon gegenseitig inspiriert 🙂
      Du siehst aber auf alle Fälle schlank und fit aus!
      Bei uns Frauen ist das mit Osteoporose aber halt echt ein Thema. Ich pack mir auch immer noch Mineralstoffe in mein Trinkwasser….
      Man muss halt was finden, was einem auch ein bisschen Spaß macht. Ich bin da zum Glück genug motiviert durch das Gefühl danach.
      LG nach Nürnberg und schönes Wochenende!

  6. Danke fürs Anstubsen. Sehr diszipliniert. Ich muss mich ständig zwingen, Sport zu machen. Ein bisschen mache ich schon, aber da ist noch Luft nach oben 🙂

    Liebe Grüße Sabine

    1. Ach Sabine, ich hab da echt kein Sendungsbewußtsein, aber ich weiß nur wie gut es sich hinterher anfühlt. Und abgesehen davon esse ich furchtbar gerne, furchtbar viel 🙂
      Danke für’s reinschauen und ein schönes Wochenende!

  7. Hallo Nicole,
    ich bin gelernte Physiotherapeutin und habe eigentlich viele Jahre sehr viel Sport gemacht. Dann kam die Umschulung, der Job, der Hausbau und nun sitze ich hier. Einige Kilo schwerer, mit Lindt Schokolade (die roten) im Mund und frage mich, wann ich das letzte Mal Sport gemacht habe. Ich gehe nun also weiterhin tief in mich und hoffe, dass es dieses Jahr war 😀
    Wünsche dir einen tollen Tag!
    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  8. Liebe Nicole,

    juhu, noch so ein Bewegungsfreak. Ich brauche Bewegung. Von Natur aus. Ballet und dergleichen blieb mir erspart 🙂 . Ich habe heiss und innig meine Rollschuh und hinterher Inliner geliebt, klar und Fahrradfahren. Joggen war noch nie mein Ding, dafür aber Nordic walken und walken im allgemeinen. Aufgrund meiner operierten HWS, mit zwei künstlichen Caches muss ich immer überlegen was ich darf. Squash … gehört leider nicht mehr dazu. Aber ich habe es geliebt, auch wenn ich dreimal einen Hexenschuss danach hatte *lach*. Badminton geht noch und darf ich auch. Die Artrose die jetzt in der HWS ist, ist nur mit Rehasport, Nordic Walken, Fahrradfahren nicht wegzubekommen, aber moderat aufzuhalten. Hoffe ich zumindest. Die Ärzte drucksen da so bei rum. Es nervt nur. Was solls, ich mach einfach weiter. Es nervt nur, wenn Menschen sagen: Elke Du bist so hibelig, Du musst ruhiger werden, soviel Sport wie Du machst. GRRRR…..Ich sag dann immer, ach ruhiger kann ich werden, wenn ich 100 bin.

    Ich freue mich, das Du auch so ein Bewegungsmensch bist.

    Liebe Grüße
    elke

    1. Hihihi….Du wirst Lachen, Elke, so was höre ich auch hin und wieder. Insbesondere von meinem faulen Mann. Überhaupt sagen nur Leute wir seien sportsüchtig, bei denen wir unwillentlich den wunden Punkt treffen.
      Egal. Ich lasse mir da überhaupt nicht den Spaß verderben. Und ich wäre in den letzten Monaten durchgedreht, wenn ich in solchen Lockdowns wie unsere europäischen Nachbarn gewesen wäre.
      Wie auch immer. Lass uns die Adventsplätzchen in Schach halten 🙂
      Ps: Bin auch eher am Walken, als am Joggen. Bekommt meinem alten Gebälk einfach besser. Ich höre auf das was mein Körper mir so erzählt.

  9. Hallo Nicole,
    ein toller und wahrer Beitrag! Ich finde, das schaut alles bei Dir sehr sportlich aus und Du wirkst sehr fit auf mich. Ich war in einer sehr sportlichen Familie immer die „Unsportliche“. Dass ich 3 Jahre bei der Prinzengarde mitgetanzt habe, wurde komischerweise nicht als Sport gezählt 😉

    Aber ich hatte immer Freude an der Bewegung, habe auch Tennis gespielt und bin viel mit dem Rad gefahren. Mittlerweile ist mein Bewegungsprogramm fest in den Alltag integriert: 2-3 mal joggen in der Woche, alles zu Fuß gehen, was möglich ist und viel radfahren. Yoga für die Beweglichkeit. Ach ja, Bergwandern fehlt noch.

    Damit komme ich gut in das Alter und bin mindestens so fit wie meine meist jüngeren Freundinnen!

    Lass Dich nicht beirren! Ich finde, Du machst es ganz richtig!
    Liebe Grüße
    Erika

  10. Hallo Nicole! Ich bin auch ein absoluter Bewegungsmensch. Ich liebe mein Bio-Bike, ich laufe, schwimme (fehlt mir zur Zeit ganz massiv), alles aber draußen. Nach einem Skiunfall musste ich gezwungenermaßen mal eine Weile ins Fitnessstudio gehen, das ist gar nichts für mich. Außerdem versuche ich meine Beweglichkeit mit Yoga zu verbessern, da fehlt mir aber der Kurs zur Zeit. Bin halt der typische Ausdauersportler. Ich hatte in meinem Leben schon einige schlimme Krisen zu überstehen, da hat mir der Sport besser geholfen als jede Therapie. Es macht mich einfach glücklich und ich fühle mich dann so voll Energie und Lebensfreude…

    1. Da sprichst Du mir aus dem Herzen, Martina. Für mich ist Sport Entspannung. Wenn ich keinen machen darf, werde ich total unleidlich. Die Unfall-Geschichten kenn ich als Sportler natürlich auch. Ist immer doof. Mittlerweile habe ich mir aber für solche Fälle auch die elektronische Unterstützung gekauft (Tens-Gerät). So kann man zumindest die Muskulatur erhalten.
      Übrigens fahre ich Ski seit ich 3 bin. Liebe ich sehr.
      Jetzt musst Du mir nur noch verraten, was ein Bio-Bike ist?
      LG Nicole

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