Lieben und Leiden im Ernstfall

Heute ist Mittwoch. Mittwoch wird gebloggt. Ich bin hierbei sehr diszipliniert, auch wenn mir gerade gar nicht der Sinn danach steht.

Ich hatte einen grausigen Tag gestern und mir geistert seitdem eine vermeintliche Lebens’weisheit‘ durch den Kopf: Das Leben ist kein Ponyhof.

Echt jetzt? Was für ein Mist! Als gäbe es auch nur einen Menschen auf der Welt, mal abgesehen von Babys, der das erwarten würde. Zum einen gibt es die Allergiker, denen der Wunsch nach fröhlichem Ausreiten ohnehin fremd ist, zum anderen gibt es uns, die wir alle unsere guten und schlechten Zeiten haben. Und dann, ja dann müssen wir eben damit umgehen. Und das einzige worauf wir hoffen können, indem wir diese schlechten Zeiten und Herausforderungen meistern ist, dass wir daran wachsen.

Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.

Dalai Lama

Ich bin froh, für mich sagen zu können, dass ich keine meiner Entscheidungen bereue. Alle waren nötig, damit ich mich fühle, wie ich mich heute fühle. Und das tue ich. Fühlen.

Und um nun doch noch etwas von mir zu geben, was ein bisschen mehr mit meinem Blog zu tun hat UND mit Fühlen per se, folgen einskommaeins Buchtipps:

Am Ende des Tages, stellt Brida in „Die Liebe im Ernstfall“ fest, ist man allein. Eine zynische, oder eine realistische Betrachtung? Gibt es die Liebe, auf die man sich sein Leben lang verlassen kann, oder sorgt man beizeiten dafür autark zu sein?

Die sicherlich stärkste Seite des Buches – nur eine nullkommaeinsige Empfehlung

Und was verpasst man vielleicht, wenn man einen Teil zurückhält, sich nicht ganz fallen lässt, aus Angst nicht aufgefangen zu werden? Oder liegt der richtige Weg irgendwo in der Mitte? Muss man sich überhaupt entscheiden? Geht nicht auch beides? Wieviel Schmerz, Enttäuschung und Ungerechtigkeit sollte man denn vorsichtshalber einkalkulieren? Und gibt es eine akzeptable Prozentangabe, die einen dann zu der Entscheidung führt „da stürze ich mich mit aller Leidenschaft rein“? Beziehungsweise eine gesunde Balance zwischen erwarteter Wonne versus Vorgenanntem?

Ok. Ihr seht schon, das wird heut nix mehr bei mir. Also schließe ich mal mit einem der lustigsten, skurrilsten und schlagfertigsten Dialoge, die ich seit langem gelesen habe. „Die Königskinder / Alex Capus“:

Wir sind hier auf Seite 12. Ihr glaubt aber nicht, dass zum spießigen Scheibenwischerthema damit alles gesagt wäre, oder?

Allein wegen dieser fünf Seiten bekommt das Buch eine hervorragende Bewertung von mir (und sorry, ich weiß ich hatte den Tipp von einer von Euch! Danke!). Ich nenne das ’nachhaltiges Fallenlassen‘ nur hundertsiebenundfünfzig Seiten später:

Bei jedem Lesen muss ich wieder lachen.

Ok, wir starten bei Null heute.

Und überhaupt. Was soll’s? Ich liebe Ponies. Und Madness. Also die Band, nicht den Irrsinn, wobei … mein Teddy hat auch einen Luftröhrenschnitt. Mitgefangen, mitgeschnitten.

Zum Weiterhören – Shut up!

… Now pass the blame and don’t blame me … Just close your eyes and count to three …

Was bringt die Woche Euch?

Mir bringt sie Nachschub.

Freu***

21 Kommentare zu „Lieben und Leiden im Ernstfall

  1. Morgen Nicole,
    schei… Tage muss es auch geben, damit wir die guten noch mehr schätzen. Und mit dem Zitat vom Dalai Lama gehe ich komplett konform. Ich glaube, im Grunde meines Herzens bin ich sehr bequem, und ich komme erst richtig in Fahrt und in die Gänge, wenn augenscheinlich nichts mehr geht. Das weckt bei mir Kraft, Stärke und Kampfgeist.
    Die Liebe im Ernstfall steht auch schon länger auf meiner Liste und die Fragen, die Du dazu stellst, interessant, anregend und Persönlichkeitssache.
    Schönen Mittwoch und viel gute Lesezeit mit Deinen Neuen
    LG
    Sigi

    1. 🤣👌 so habe ich noch nicht darüber nachgedacht. Meistens bin ich echt umgänglich, aber ich sollte an meiner Akzeptanz gegenüber Essgeräuschen arbeiten. Sonst bekommen ich und ich ein Problem 🙄

  2. Liebe Schwester,
    ich bin verwirrt- deshalb schicke ich mal eine feste Umärmelung. Zum Hoffentlichbesserfühlen. Ich habe diese Woche auch schon einen heftigen Dämpfer bekommen und deshalb: Fühlen wir. Machen wir es uns schön. Ist einfach wichtig. Und- ich bin seeehr gespannt, was du über Zsusa Bank schreibst.
    Ich wünsche dir, dass die Woche gut endet.
    Allerliebste Grüße
    Nicole

  3. Madness ist so genial. Und beim Scheibenwischer – wer zur Hölle hat diese Unterhaltung in meinem Auto mitgeschrieben? Das kommt mir sehr bekannt vor. Und ich bin nicht die, die das Ding erst einschaltet, wenn die Scheibe ordentlich eingenässt ist…

    Ponyhöfe sind übrigens schlimmer als ihr Ruf. Ehrlich, ich habe mal auf einem Urlaub gemacht. Es war NICHT schön. So gar nicht Ponyhof-mäßig. Und warum hat dein Teddy einen Luftröhrenschnitt? Das ist gemein. Armer Teddy 😉

    Liebe Grüße
    Fran

    1. 😌 ich sehe schon…wir haben abgesehen von unserer Vorliebe für derbe Boots noch andere Parallelen 👌
      Übrigens war ich 4, als ich meinen Teddy operiert habe. Was soll ich sagen..ich war im Krankenhaus und es war soooooooo langweilig 😌

  4. Liebe Nicole, ich hoffe, du hast deinen grausigen Tag halbwegs verdaut und er zeigt keine Folgeerscheinungen. Ansonsten schicke dir ganz viele liebe Gedanken zur Aufmunterung. Es gibt wohl immer mal wieder so Tage, an denen mehr schiefgeht als es eigentlich kann und wenn man denkt, es geht nicht mehr, dann kommt noch ein Problem daher. Doch im Nachhinein zeigt sich dann meistens, wie viel wir eigentlich aushalten und schaffen, auch wenn wir das in diesem Moment wohl nicht für möglich halten. Aber es freut mich, dass wir wieder in deinen Buchfundus blicken dürfen und da habe ich doch ein Buch entdeckt, dass auch bei meinem Lesestapel wartet „Schlafen werden wir später“. Ich bin schon gespannt, was du dazu berichtest.
    Hab einen hoffentlich ganz wunderbaren Abend und alles Liebe Gesa

  5. Hi Nicole, digitale Lebensphase… Kaffeetrinken digital, digitale Weinprobe, Fasching digital. Im Hintergrund haben die Leute digitale Bilder… Der Mensch ist aber nicht digital. Alle klagen über Mangel an sozialen Kontakten… So waren wir präsent auf einer Beerdigung. Ohne Umarmung. Überhaupt sind mir die Kondolenzenkarten ausgegangen… Family in Melbourne lebt nach 2 langen Lockdowns wieder ganz normal, alles geöffnet, nur die Grenzen sind zu. Urlaub im Hochsommer fest gemacht. „Susanna“ -Video gesehen, mir laue Sommerluft in Italien vorgestellt. Mit Notebook, Handtasche, Tasche, Regenschirm, Handy, Brille, Maske, Schlüsselbund, Parkhauscard, Officecard im Schneetegen und Matsch ins Office gerutscht, weil keine Stromversorgung auf dem Rechner… Das war die Woche. Es kommen bessere Zeiten. Bleib fröhlich!

    1. Das einzig schöne, Maria, sind im Moment die Träume davon, was ich alles machen werde, wenn es ‚vorbei‘ ist. Angefangen bei:
      Frisör!
      Stundenlang im Kaffee sitzen
      Stundenlang in einer schönen Weinbar sitzen
      Menschen treffen, mit denen ich mir regelmäßig schreibe (zb Dich)
      Ausstellungen besuchen – und zwar ALLE
      Konzerte, Theater und vor allem die Oper
      Verlängerte Wochenenden in der Natur
      Urlaub am Meer
      Kurz: alle Freiheit genießen bis nix mehr reinpasst. Wie ich mich darauf freue 😍
      Interessant für mich, dass shopping nicht mehr auf dieser Liste zu finden ist. Kommt auch nicht mehr drauf, weil ist sooooo unwichtig. Erstaunlich, wie lange ich dafür gebraucht habe…

      Das Wort zum Sonntag 🤭

      Alles Liebe und viele Grüße in meine (immer noch) Heimat 😚

  6. Hi Nicole,
    keine seiner Entscheidungen zu bereuen ist auch etwas, was ich mir mehr zu Herzen nehmen möchte, was mir aber noch nicht immer gelingt. Im Kopf weiß ich, dass es keine falschen Entscheidungen gibt, nur im Herzen fühle ich es manchmal nicht und ertappe mich dabei, wie ich mich dann wieder selbst rüge für Dinge aus der Vergangenheit – was natürlich absolut unnötig ist und nichts ändert, aber manchmal ist der Kopf ja auch nicht rational, auch wenn er gerne so tut – meiner zumindest 😀
    Hab einen tollen Sonntag!

    1. Meiner ist immer vollkommen wirr 🙂 und drin befindet sich mindestens noch die Hälfte Herz und noch ne Hälfte Bauch. Deswegen ist vermutlich wenig Platz für Hirn, hahahaha….
      Ich finde es wichtig nicht nur rational zu entscheiden. Der Unterschied zwischen Mensch und Maschine ist das Gefühl. Oder anders gesagt, die Gemeinsamkeit zwischen Mensch und Tier ist der Instinkt. Nichts davon lässt sich rational erklären, ist aber – aus meiner Perspektive – ein ebenso wichtiger Ratgeber, wie der Verstand. Die Kombi macht es.
      Und es wird immer Entscheidungen geben, die man bereut, aber das kann auch daran liegen, dass sich die Umstände ändern. Zu dem Zeitpunkt,, als Du sie getroffen hast, waren sie vielleicht goldrichtig. Ich denke da gerade an die vielen Beziehungen und Ehen, die auseinandergehen. Man neigt ja dazu das schlechte zu behalten. Die guten Zeiten sind leider zu schnell vergessen…Aber Du hast ja noch viel Zeit für viele gute Entscheidungen 🙂

      Anyway. Schönen Sonntag noch und eine gute Woche für Dich!

  7. Das Leben ist kein Ponyhof und wie das stimmt. Ich gebe zu, für mich war der ganze Monat Januar nicht so berauschend. Hoffe deine restlichen Januar Tage waren entspannter. Liebe Grüße und einen wunderbaren Sonntag!

    1. Das tut mir leid Mira. Bei mir war der Januar kaum da, schon isser wieder weg.
      Ich hab gerade ne Menge Fotos von meinem Handy gelöscht, weil ich nicht mehr so viel Platz hatte (kennst Du ja sicher….100 shots für 1 Blog Foto, hihi). Mir sind die ganzen Frühlings- und Sommerfotos in die Hände gefallen…oh Mann…ich hab solche Sehnsucht…
      aber auch der kommt wieder….
      Hab ne bessere Woche meine Liebe!

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