Von wegen Oldschool…

Kleine Hommage an Einen, der neue Wege geht.

Es ist ab einem gewissen Alter gar nicht so einfach sich nochmal neu zu erfinden. Das gilt beruflich, wie privat. Schließlich hat man etwas erreicht, man hat sich ein Umfeld geschaffen und es nach den eigenen Vorstellungen geprägt. Bestenfalls hat man das dergestalt getan, dass man sich wohl fühlt und sich das Umfeld, also die Menschen darin, sich ebenfalls wohlfühlen, denn wir alten Harmoniker (ist klar oder?) funktionieren am besten, wenn alles ohne große Worte läuft.

Da muss dann auch mal eine hochgezogene Augenbraue reichen, um das Umfeld zu schnellen Korrekturen, oder zum geordneten Rückzug zu animieren.

Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige.

 (Albert Schweitzer)

Sich aus einer solch geschmeidigen Situation, die möglicherweise nicht mehr die ganz große Herausforderung ist, die man aber aus dem Effeff beherrscht, herauszuentwickeln bedarf Cojones.

Notiz: bedarf es dann bei Frauen eigentlich analog „Eierstöcke“?! Müssen die denn eigentlich funktionsfähig sein, oder wäre das Leben dann tatsächlich unabänderlich, wenn die Wechseljahre durch sind? Hm…

Wenn jedenfalls jemand mit entsprechend ausgeprägten primären Geschlechtsorganen geht, zeigt sich eigentlich erst wirklich, wie gut sein Standing (und das ist kein bisschen doppeldeutig gemeint) war.

Notiz: Herauszufinden, wie es um das eigene Standing bestellt ist, kommt der morbiden Überlegung gleich, wie viele Menschen denn wohl auf der eigenen Beerdigung erscheinen würden…und wer hat noch nie gedacht: „Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!“

Wenn also das Umfeld mehrheitlich betroffen ist, bedauert ihn zu verlieren, gar Mittel und Wege ersinnt, um ihn zu halten, dann hat man zuvor so ziemlich alles richtig gemacht. Oder sogar richtiger, denn jeden individuell mit eigens erdachten Bildern abzuholen, ist eine Kunst. Eine Kunst, Menschen mitzunehmen und zu bewegen. In meinem Fall: „Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu Yves Saint Laurent….“ und schon hing ich an seinen Lippen.

Man(n) kann also davon ausgehen, dass man vermisst werden wird. Und sich – so wünscht man es ihm – auf die neuen Wege freuen, der Herausforderung stellen, weiter wachsen und ein anderes Umfeld bewegen.

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. 

(Georg Christoph Lichtenberg)

Stets zu unserer (über)vollsten Zufriedenheit – Wir bedauern den Weggang (allzu) sehr und wünschen für die Zukunft (von Herzen) das Allerbeste.

Und mit Ansage – super emotional (auch nach dem gefühlt 100sten Mal) – einer der bewegendsten Momente der Filmgeschichte und angemessener oldschool Abschied…

Meinen Respekt. Danke, dass ich ein Stück mit Ihnen gehen durfte.

8 Kommentare zu „Von wegen Oldschool…

  1. Liebe Nicole,

    wie oft ich diesen Film schon gesehen habe!

    Und jedesmal geht er mir wieder unter die Haut. Gebannt schaue ich, sehe diese Ende kommen,
    das ich eigentlich viel zu gut kenne. Und jedesmal könnte ich heulen.

    Liebe Grüße
    Erika

    1. Das geht mir ganz genauso, Erika….
      Aber die Geschichte ist doch auch genau das, was einem am Ende des Tages umtreibt. Wofür ist man bereit aufzustehen?
      Schön aber auch, wenn man Menschen kennt, für die es sich überhaupt lohnt 🙂

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