Aufreger bringen auch Gutes hervor

Um nicht zu sagen: das Beste…

Auf alle Fälle gibt es ein paar Aufreger. Heute, Morgen und vermutlich auch Übermorgen.

Einige tauchen regelmäßig auf und nerven mich abhängig von meiner Grundlaune mal mehr, mal weniger. Da sind zum Beispiel die Fahrradfahrer, die mir auf meiner Seite entgegenkommen (ohne jedes Unrechtsbewusstsein), dann die E-Biker, die vollkommen unsportlich aussehen, aber trotzdem mit 30 Sachen an mir vorbeizischen und natürlich die Fußgänger auf dem Fahrradweg, die ich nicht wegklingeln kann, weil sie (wie ich selbst) derart laut Mucke auf den Ohren haben, dass sie nix wahrnehmen.

Natürlich haben wir auch noch die Ökemökes, die ewig am Grünzeug-Buffet brauchen und deren schreienden Kindern im DM in aller Ruhe erklärt wird, warum sich andere womöglich gestört fühlen, bevor sie sie im nächsten Kaffee ungebremst randalieren lassen, damit sie ihre Persönlichkeit frei entfalten. Von Hundebesitzern (in der Stadt) und überquellenden Häufi-Mülleimern rede ich gar nicht, sonst schüttelt es mich so sehr, wie bei dem Gedanken an Insektenüberhang in der Bürobepflanzung…

Und das regt mich auf? Echt jetzt?

Wenn ich angestrengt bin, wenn ich genervt bin vom Job, wenn ich wegen mir selbst hadere, dann ja.

Alles passiert diese Woche. Und es ist erst Mittwoch.

Ich mag mich nicht, wenn ich genervt bin. Und ich mag nicht mit mir hadern, aber diese Woche hab ich mich mal wieder unüberlegt davontragen lassen.

Kennt Ihr das, wenn Ihr Euch nicht so verhaltet, wie ihr es eigentlich gut und richtig findet? Ich möchte ein guter, integrer und empathischer Mensch sein. Und mag mich nicht, wenn ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genüge.

Andererseits bin ich menschlich. Und Menschen machen Fehler. Oder?

Manchmal frage ich mich, wie alt ich noch werden muss, damit ich (jedes mal) nachdenke bevor ich spreche, mich in mein Gegenüber versetze und mit anderen so umgehe, wie ich möchte, dass sie mit mir umgehen. Die Formel ist denkbar einfach: wie man in den Wald hineinruft…

Fakt ist allerdings auch, dass mir viel verziehen wird, bzw. ich immer Glück hatte, was meine Lieben betrifft, die nicht allzu kritisch mit mir sind. Meistens.

Tatsächlich scheint mir, dass meine Liebsten das Beste an mir sind. Da gibt es einen schmusig-schönen Song zu:

Eigentlich ist es sowieso vermessen von mir auch nur eine Sekunde lang etwas anderes als zufrieden und glücklich zu sein, angesichts von allem was so in der Welt los ist und vor allem angesichts des jungen Mannes, der mir gestern beim genervten Radfahren am Stock entgegen gekommen ist. In einem rockigen Outfit, hochkonzentriert bemüht, flüssig zu gehen. MS oder Schlaganfall tippe ich…

Und da sind wir dann wieder bei – Carpe Diem.

Manchmal bin ich eben unüberlegt, impulsiv, himmelhochjauchzend und zutodebetrübt gleichzeitig. Dafür immer authentisch, ehrlich, leidenschaftlich und begeisterungsfähig.

Und begeistern konnte ich mich auch gleich mal wieder, als ich bei der Suche nach Vertonung des Gesagten (denn ich liebe es in Musik-Stücken zu kommunizieren) auf diese unglaublichen Jungs gestoßen bin. Nicht nur, dass die die „Best Part is you“ Tonspur aufnehmen, nein, ihnen zuzusehen und -hören hat mich total runtergebracht, zum Lächeln und zum Schwärmen annimiert, weil ich ihre Leidenschaft, ihren Spaß, ihre Liebe zur Musik (mit)fühlen konnte.

Selbst wenn diese verjazzte Variante nicht jedermanns (ich gendere nicht…niemals nüscht.) Sache ist, muss man die Zwei ins Herz schließen, inklusive des reizenden Publikums. Bitte, bitte, biiiiiiiitteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee bis zum Ende ansehen!

Schmacht:

You don’t know, babe
When you hold me
And kiss me slowly
It’s the sweetest thing
And it don’t change
If I had it my way
You would know that you are

You’re the coffee that I need in the morning
You’re my sunshine in the rain when it’s pouring
Won’t you give yourself to me
Give it all, oh

So schön.

Was ist das Beste an Euch?

Und was nervt Euch so, dass Ihr Euch nicht leiden könnt?

Und wie kommt Ihr dann runter?

Etwas more convenient, weniger verjazzt, mit mega cooler Jools Holland – Romantikninja…ähhhh….-niki

If you love me won’t you say something…

16 Kommentare zu „Aufreger bringen auch Gutes hervor

  1. Hallo Nicole,
    ich bin derzeit auch einfach genervt. Mich stören so ein paar Dinge, die ich nun aber auch nicht ansprechen möchte, weil es noch für viel mehr Ärger sorgt. Zwar werde ich es mir nicht nehmen lassen und es noch ansprechen, aber erst, wenn ich mich beruhigt habe 😀 Ich habe rausgefunden, dass es immer besser ist, wenn ich mich dann etwas unter Kontrolle habe. Vielleicht bin ich auch gereizt, weil das Baby in mir drin derzeit versucht durch den Bauchnabel zu kommen. Angenehm ist was anderes 😀

    Wünsche dir einen tollen Mittwoch!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    1. Oh weh….das kann ich nachvollziehen!
      Im Normalfall mache ich es genauso, Linni. Eine Nacht drüber schlafen und dann sachlich den Ärger rauslassen. Dann kann das Gegenüber es auch besser annehmen, als wenn man es einfach raushaut.
      Ich hoffe, Dein Bauchnabel hält stand!

  2. Ich bin ständig genervt …. beruflich… wir nehmen alle Betablocker. Und das ist mein Ernst. Denn in der Hausarztpraxis stossen alle Charaktere aufeinander. Manche unbedarft dahingesagte Sätze … wie lange muss ich warten… wann komme ich dran…. hilfe ich hab covid weil ich nicht geimpft bin schicken sie schnell einen arzt… ich muss sofort zum arzt ich hab seit x (beliebig viele jahrzehnte einsetzen) x ( beliebig einzusetzen von A wie akne bis Z wie zipfelweh) Nur einige wenige Beispiele. Da regt mich Zuhause und im Straßenverkehr echt nix auf. Da ruhe ich in mir. Nö da können mich alle mal überholen, Vorfahrt haben oder …überfahren. Ohmmmm!
    Dazu ganz leise wirklich sterbenskranke höfliche Menschen. Für genau diese macht das alles Sinn. Für die steh ich morgens auf und begebe mich in die Praxis. Außer meinem Lebensunterhalt mal abgesehen.
    Ich weiss also genau was Du meinst. Wir sind menschlich und authentisch. Ich bin auch froh dass mein Umfeld damit klar kommt und mich „trotzdem“ liebt. 😊
    Die Musik hast Du super gewählt… macht richtig Spaß. Heute ist mein freier Tag und ich rege mich über nix auf. Mein Mantra heute.
    Ich wünsche Dir einen richtig angenehmen Tag, der Mittwoch der reisst das Ruder rum. Bestimmt.
    Liebe Grüße Tina

  3. Ich weiß gar nicht, wo das herkam „bevor ich mich aufrege, ist es mir lieber egal“ – natürlich nicht bei wichtigen Sachen, da gibt’s kein Pardon, aber so manches andere… wenn ich mich über alles wirklich aufrege, was mich aufregen könnte, kriege ich irgendwann keinen Bissen mehr runter.

    1. Einiges ist mir mittlerweile auch ziemlich egal, z.B. im Straßenverkehr bewahre ich mein poker face, damit fährt es sich definitiv besser. Und höre im Auto nur Klassik, entspannt zusätzlich. Auf die Palme bringen mich die Deppen, die keine Rettungsgasse bilden können oder wollen. Und die Impfverweigerer. Hier hört das Recht auf Selbstbestimmung für mich auf. Wenn die 94 % der Ungeimpften, die die Intensivstationen füllen, anschließend zur Kasse gebeten wären… Ach, reden wir über etwas schönes… Trage einen neuen Duft mit starker Frankreich-Assoziation, sehr leicht, nur im Hintergrund wahrnehmbar, grün, frisch. Erinnert mich an die Parks und Wälder um Chambord und Fontainebleau… Der Sommer war so kurz… Ein nettes Wochenende!

  4. Hey Schwester,
    ja, wenn du nachdenkst, bevor du etwas sagst, geht Authenzität flöten (also außer bei Beleidigungen). Ich kann mich auch manchmal fein aufregen (wenn mein iPad den Kommentar zum Beispiel nicht abschickt. Oder Dinge einfacher wäre, wenn Menschen sich anders verhalten. Über Gehetze, doofes Verhalten… Gibt genug. ABER: Ich will das reduzieren und so versuche ich mich darin. Hormonell ist das aber nicht immer so machbar, räusper.
    Also: Bleib wie du bist, manchmal ist Dampf ablassen ganz gut bevor der Kessel explodiert.
    Deine Bluse könnte ich dir direkt vom Leib reißen, die Musik ist fein gewählt.
    Und ich mag dich so wie du bist- straight.
    Bussi und happy weekend ohne negative Aufreger.
    Nicole

  5. Ach, liebe Nicole, du spricht mir aus der Seele! Morgens schon beim Fahrradfahren die ersten Idioten die vergessen, dass sie auch ein Auto fahren. Dann die nervenden Kunden… Klamotten im Schrank hängen schief… finde die schei… Maske nicht! Nervt… nervt… nervt! Und dann, auf dem Weg zur Arbeit, die erste Ampel und ich sehe eine Frau die über den Zebrastreifen geht und offensichtlich eine Behinderung hat… Ich schäme mich und weine im Auto, denn die Fahrrad- Probleme erscheinen mir jetzt so lächerlich… In diesem Sinne, starte gut in das Wochenende und… aufregen ist doch menschlich. Liebe Grüße!

    1. Wichtig ist, dass man immer mal über den Tellerrand schaut. Ist doch immerhin gut, dass wir es können, auch wenn wir eben manchmal eine kleine Erinnerung brauchen.
      Schätze das Leben wäre furchtbar langweilig, wenn es nix zum Aufregen und nix zum Bereuen gäbe.
      Schönes Wochenende, Mira!

  6. Heyy Nicole,
    puuh, also genervt-sein war früher mein Dauerzustand, ich hatte es nahezu kultiviert – aber es ist besser geworden. Dennoch würde ich sagen, ist mein Genervtheitstoleranzschwelle immer noch viiiiel geringer als bei den meisten Menschen. Ja, das bin ich, und ich bin schnell genervt. Da hilft auch Yoga nicht, um das komplett abzustellen. Aber mir sind Leute auch nicht geheuer, die ständig so beherrscht sind. Wenn ich (zu schnell?) genervt bin, merke ich das zwar selbst relativ schnell, bin dann aber wiederum genervt von mir selber. Ein toller Teufelskreis. Aber wie du sagst, es ist menschlich und naja, das ist die vermutlich eher schlechter Nachricht: Vermutlich werden wir da ewig dran arbeiten müssen. Aber es gibt schlimmere Eigenschaften als das. Und unsere Lieben mögen uns ja wie wir sind und nicht, weil wir perfekt sind.
    Ganz liebe Grüße!

    1. Wie wahr liebe Vanessa. Leben wäre aber auch langweilig wenn man perfekt wäre. Das kontinuierliche an sich arbeiten finde ich auch in meinem hohen Alter noch wunderbar, zeigt es doch, dass man noch erkennen kann, dass man sich verbessern oder verändern kann, also flexibel ist. Und dass das dann am Ende tatsächlich funktioniert.
      Alles andere wäre Stillstand und der ist tödlich.
      Aber wenn ich mich bei Dir so umlese, läufst Du so gar nicht Gefahr still zu stehen 🙂

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