Ich sach mal so….es kommt jetzt ganz auf das Verständnis dieses schon fast geflügelten Wortes an…ich liebe natürlich den Film, weil ich a) die 50ties und somit zweifelsfrei Marylin Monroe liebe, von der Mucke ganz abgesehen, b) weil ich es abgrundtief hasse, wenn z.B. Kaffee oder auch Glühwein zu kalt ist (böse Menschen nennen mich Hornhautzunge) und last but not least c) weil ich es scharf mag. Aber nicht zu scharf…und da, meine sehr verehrten Herrschaften scheiden sich die Geister.

Denn was dieses schelmische, thailändische Engelsgesicht mit meiner Ansage „nicht zu scharf“ beim Thai bestellt – ich sage das mal ganz wertungsfrei – polarisiert sicherlich.

Aber ich fang mal (wieder) am Anfang an. Ich war mit meiner lieben Freundin und ehemaligen Mitarbeiterin verabredet. Und da sie Thailänderin ist und ich Lust auf Thailändisch habe (weil meine Düsseldorfer Lieblingsfreunde neulich einfach ohne mich gegangen sind 😥) bitte ich sie etwas auszusuchen, was einigermaßen authentisch ist.

Sie wählte also ein sehr alt eingesessenes Restaurant mitten in der Altstadt, dass womöglich nicht so stylish und gefeiert wie andere ist, aber….versenkbare Tische. I love it…auch wenn es unbequem wird und ich die Schuhe ausziehen muss. Hasse ich. Aber wenn die Tradition es verlangt….bitte sehr.

Restaurant: Baan Thai Düsseldorf

Todesmutig (aber authentisch) überlasse ich meiner Freundin also die Bestellung und lausche den thailändischen Klängen des „gefühlten“ Geplauders, um nicht zu sagen „der Verhandlung“. Wir beschließen diverse Gerichte zu nehmen und gemeinsam zu essen. Ich mag es sehr, wenn man viel probieren kann, was allerdings voraussetzt, dass man einen ähnlichen Geschmack hat.

Haben wir. Abgesehen vom Schärfegrad 🙂

Es gab Wasserspinat (mit Knoblauch), Schweinebauch (echt scharf), eine Nudelsuppe mit Tintenfisch (und etwas fischigem, dass ich nicht identifizieren konnte) und Glasnudelsalat mit (ich glaube) Hühnchen. Kann auch Hündchen gewesen sein – Scherz. Lecker. Scharf, aber lecker. Ich hab mir den Bon aufgehoben, damit ich weiß wie die Gerichte hießen. Besonders die Suppe hatte es mir angetan (keine Ahnung warum die rosa war). Offenbar gibt es die ohne die charmante Verhandlung allerdings nur innerhalb eines Menüs. Aber wer könnte meiner bezaubernden Freundin schon einen Wunsch abschlagen…

Interessanter Weise können Arbeitgeber, bzw. Personalchefs das. Und zwar obwohl sie sehr gute Referenzen hat. Wir haben dann über Bewerbungen, über Interviews usw. gesprochen und ich habe ihr (einen hoffentlich guten) Rat für ihr nächstes Gespräch gegeben: Lächle weniger. Klingt erstmal vollkommen absurd, aber nicht vergessen…ich hatte ein Interview mit ihr und ich habe sie seinerzeit eingestellt und es nie bereut.

Es klingt blöd, aber sie hat ein Problem. Sie ist zu hübsch. Personalchefinnen werden womöglich neidisch sein, und Personalchefs denken vermutlich, dass sie zu hübsch ist, um klug zu sein. Beide werden denken: sie sorgt womöglich für ‚Unruhe‘ sowohl bei den weiblichen Kolleginnen, als auch bei den Männern.

Darüber hinaus ist der thailändische Wesenszug 1000%ige Freundlichkeit, dauerndes Lächeln und Nicken. Das wirkt bei uns verknöcherten Deutschen zu unseriös, zu unterwürfig, zu falsch – in einem Wort: völlig undeutsch. Ich gebe zu, dass ich anfangs nicht sicher war, ob diese Freundlichkeit echt ist, nachdem ich nun aber schon über 2 Jahre nicht mehr ihre Chefin bin und wir sogar Freunde geworden sind, weiß ich es. Sie und meine Masseurinnen sind jedenfalls der Grund, warum ich unbedingt nächstes Jahr nach Thailand möchte.

Ich habe ihr auch noch geraten, dass sie von vorneherein, falls ein Personaler nicht ohnehin nach ihren Stärken fragt, zu sagen, dass sie zwar immer freundlich und respektvoll ist, aber ebenso durchsetzungsstark und tough. Denn das hat sie (mir allemal) bewiesen. Abgesehen davon habe ich ihr eingeschärft, dass auch sie selbst sich gut fühlen muss bei einem Interview. Klar geht es darum einen Job zu kriegen. Aber bitte nicht irgendeinen. Auch als Kandidat muss man sich wohlfühlen und darf bzw. sollte nach der Arbeitsatmosphäre fragen. Denn es gibt nichts schlimmeres, als sich permanent unwohl mit seinen Kollegen und/oder Vorgesetzen zu fühlen. Immerhin verbringt man den größten Teil des Tages damit.

Oft genug vermisse ich mein altes Team, weil die Atmosphäre mit Ihnen einzigartig war.

Aber zum Glück sind sie ja nicht aus der Welt.

Danke für den schönen Abend. Gerne bald wieder!

7 replies on “Some like it hot

  1. Nach der Arbeitsatmosphäre fragen. Hm, wer gibt darauf denn ungezwungen Antwort? Aber vielleicht würde man merken, wenn das Gegenüber verlegen wird oder gar ins Stottern kommt, um zu ahnen, dass etwas im Argen liegt.
    So eine persönliche Beratung hätte ich in ausländischen Restaurants auch gerne, um richtig authentisch zu essen. Und wenn es scharf sein muss, dann muss es das eben. 😂 LG Anke

    1. Aber klar kannst Du danach fragen! Und die Antwort eines guten Personalers ist weitgehend ehrlich, denn keiner hat was davon etwas vorzumachen….denn auch der Personaler hat kein Interesse daran, dass ein Mitarbeiter nach wenigen Tagen/Wochen kündigt. Und umgekehrt. Das wäre ja Zeit- und Geldverschwendung.
      Zum Glück kenne ich durch meinen Job viele Nationalitäten, von denen ich mich gut beraten fühle 🙂
      Lg nach bella Italia, Du Schusselchen 🙂

      1. Ja, so sollte es eigentlich sein, dass mit offenen Karten gespielt wird, um eine langfristig glückliche Beziehung einzugehen.
        Restauranttechnisch bist du zu beneiden.
        Grazie, und Saluti zu dir!😊

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