Sollte womöglich nicht das erste sein, was einem nach Heiligabend einfällt, aber Leben ist eben nicht immer idyllisch, oder auch nur ansatzweise gerecht.

Sonst würde man ja einfach immer noch über Loriots fabelhaft lebensechte Verhornballungen lächeln, anstatt unangenehm berührt festzustellen, dass man selbst die Vorlage fürs Drehbuch war. Geballte Emotionen, die letzten Endes just am Heiligen Abend friedvoll daherkommen sollen, sind schwer zu kontrollieren. Am Ende ist der Druck die ultimative Harmonie anzustreben, dann gerne zu hoch und stattdessen sind die Bemühungen bestenfalls verklemmt, schlimmstenfalls verzickt.

Aber: wir haben es geschafft. Weihnachten, dass stressige geschäftliche Jahresende und alle sonstigen Illusionen sind Regen von gestern.

Jetzt heißt es nach vorne blicken. Einmal kräftig durchschütteln, lange lüften und auf andere Gedanken kommen sowie zeitnah die Feiertagspfunde angehen, bzw. dagegen anlaufen.

Abzubauen wäre das herrlich (teure) Geburtstagmenü im Lido am Hafen.

Ich kann nur sagen, dass ich sehr begeistert von Location, Essen, Service und Ambiente war, wobei zumindest die Weinpreise ein bisschen happig sind. Letztes Jahr im Lido Malkasten war es womöglich noch ein bisschen heimeliger, mein Geburtstag nicht verregnet und insgesamt blumiger…aber…haben wir ja dieses Jahr gelernt…man kann nicht alles haben.

Das gute an hochwertigen Restaurants ist natürlich, dass nicht nur die Preise hoch, sondern auch die Portionen klein sind. Wenn ich so drüber nachdenke, sind die Society Ladies womöglich deswegen alle so ausgemergelt und gar nicht wegen des Absaugens. Das Absaugen ist eventuell nur wegen des anschließenden Aufspritzens notwendig…

Aber was weiß ich und meine Haxe schon.

Mein Geheimtipp: Klöße weglassen. Die tragen so richtig auf 🙂

Auf das Heiligmorgenfrühstück habe ich nach dieser Völlerei natürlich verzichtet, wobei…das gut eingeschenkte Glas Eierpunsch hatte mit Sicherheit 1000 Kalorien (auch ohne Sahne). Allerdings hat es einen jegliche Eigenkrittelei vergessen lassen und war somit jedes Joule wert.

Um nicht sogar zu behaupten, dass Alkohol am Mittag an der frischen Luft Appetit auf das eigenes gekochte Weihnachtsgulasch gemacht hat. 3 Portionen mit 2 Bierchen runterspülen, eine Talcid hinterher, dann klappte das auch mit dem Abwasch 🙂

Ich weiß nicht, ob ich einfach nicht mehr so resilient bin, immerhin war ich ja bereits zwei Mal so richtig erkältet, oder ob dieses Jahr mich einfach allgemein ein bisschen mehr mitgenommen hat, als ich im Alltag wahrgenommen habe, jedenfalls musste ich fluchtartig in meine Höhle zurück, wo ich noch heute mit Vorhaben Nr. 1 beginne: Yoga.

Parallel schreibe ich mich für einen Anti-Sarkasmus-Workshop mit wöchentlichen Treffen ein, bei denen sich „Kumbaya“-singend an den Händen gehalten wird.

Aber das ist wahrscheinlich „Eine ganz dumme Idee“, also lese ich einfach ein witziges Buch, um mich wieder besser drauf zu bringen.

Geht doch.

Hoffe Ihr hattet ein zauberhaft entspanntes Weihnachtsfest.

Ich sage nur eines: nächstes Jahr singe ich „O Palmenbaum“!