Es ist Sonntag, nach heftigen Regengüssen scheint gerade zauberhaft die Sonne herein und ich bin so tiefenentspannt, dass ich kaum die Arme heben kann. Sonntagsmittags eine Stunde Thaimassage ist einfach nur wunderbar.

Und bevor jemand fragt: OHNE happy end ***augenroll***. Aber so gut, wie guter Sex und langanhaltend. Ist ohne ‚End‘ eh besser 🙂

Ich liebe die Tatsache, dass der Massagesalon hier Sonntags geöffnet hat, denn Sonntags ist perfekt für eine Massage. Da kann man sich vor dem Arbeitsalltag nochmal so richtig fallenlassen. Und das kann ich und liebe ich. Tatsächlich wähle ich auch nicht mehr eine bestimmte Masseurin aus, denn ich finde es sehr interessant, dass trotz der Tatsache, dass ich immer 1 Stunde Ganzkörper-Ölmassage wähle, jede Massage anders verläuft.

Meine heutige Sparringspartnerin fand nicht nur meine Schuhe umwerfend und hat sie sofort nach unserer Stunde gegoogelt (Mädchen sind halt Mädchen, egal in welchem Alter…), sondern sie hat besonders großzügig meinen Tuches eingeölt und geknetet. Herrlich.

Nicht zuletzt um den Tuches der Schickse Laura – brillante Überleitung, oder? – geht es Herrn Wolkenbruch, dem Protagonisten eines charmanten kleinen Romanes, den ich mal wieder sehr gerne empfehle. Ein Weihnachtsgeschenk meines Bruder und meiner Schwägerin in Spe. Danke!!!

Herrn Wolkenbruchs, Mottis, Mame jedenfalls will ihren Sprössling dringendst verheiraten und stellt ihm dazu reichlich gute jüdische Mädchen vor, die alle Hintern in Brauereigaulformat haben. Nicht eben Mottis Geschmack. Laut seiner Mutter ist er wählerisch. Motti sieht das natürlich anders.

Viel interessanter erscheint ihm die schöne Gestalt seiner Kommilitonin Laura, die ihn aber erst wahrnimmt, als er die ersten Schritte ins Verderben vornimmt, nämlich seine Brille NICHT beim jüdischen Optiker zu kaufen.

Es endlich leid, wird der Bub zum Rabbi geschickt, der ihn nach Israel beordert. Hier, unter der legeren Obhut seines Onkels, lernt er, dass auch jüdische Mädchen nicht alle von der Bettkante geworfen werden müssen. Das war natürlich nicht der Zweck, den seine Mutter im Sinn hatte, aber nun ist er auf dem völlig „falschen“ Weg, der, glaubt man der alten Frau Silberzweig, aber ohnehin vorgezeichnet ist…

Bei seiner Rückkehr ist er schon halb verstoßen. Lediglich sein Vater versucht ihn zu verstehen. Zumindest so lange, wie sich die Ausschweifungen innerhalb der Sippe abspielen.

Es kommt wie es kommen muss. Er bekommt Laura (irgendwie), aber der Preis ist hoch.

Wie ihr seht ist die Sprache ein witzige Mischung aus hochdeutsch und jiddisch. Manchmal gar nicht 100% klar, aber allemal super charmant. Ich habe den Roman wirklich sehr genossen. Mit allen Höhen und Tiefen, die Motti zu bewältigen hat.

So. Ich gebe mich jetzt mal meiner Tiefenentspanntheit hin.

Habt einen schönen Restsonntag!