Sale-Strapazen und scharfe Hühnerfüße

Seit Juni dieses Jahrs lebe ich in Düsseldorf. Für mode-interessierte Menschen ein Mekka! Regelmäßig, zumindest wenn die Arbeit mir Zeit lässt, pilgere ich über die exklusive Kö (für Uneingeweihte: Königsallee) und kehre ganz an ihrem Ende bei Breuninger ein.

Zum Glück haben alle exklusiven Designer der Kö bereits um 19 Uhr zu, während das verfluchte Breuninger gierige Fashionistas bis 20 Uhr lockt. Ich sage nur: fatal verführerisch.

Aufmerksame Leser wissen ja, dass SALE meine absolute Lieblingsmarke ist und Breuninger hat da ein paar einsame Ständer in der Premium-Damen-Abteilung, die namhafte Designer zu richtig lohnenden Rabatten präsentiert. Natürlich kommen jetzt die ultimativen Weihnachtslockangebote hinzu, so dass mich die Qual der Wahl regelmäßig vollkommen fertig macht.

Celine Hose mit -80%
Celine Hose mit -80% – Jaaaaaaaaaaaaaa (das passende Jacket habe ich auch gleich mitgenommen; Schuhe: Hogan)

In Düsseldorf ist an jeder Ecke derart viel Geld sichtbar, dass einem regelrecht schwindlig wird. Geht man beispielsweise gemütlich ein oder auch diverse Gläser Wein am Carlsplatz trinken, sind Louis Vuitton, Chanel, Gucci und Co. Taschen sowie reichlich viele fehlgeschlagene Schönheitsoperationen zu bestaunen. Und ja, das ist beeindruckend, also die teuren Taschen und Klamotten, nicht die Mick Jagger Lippen und sonstige Versuche jegliche Natürlichkeit zu eliminieren.

Aber die richtig tollen Designer sind natürlich auch im SALE noch keine Ultra-Schnapper. Also prüfe, wer sich für ein, zwei Saisons bindet 😉

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Erschöpft, aber glücklich in meiner neuen Chloé Jeansjacke (leider nur -50%)

Aber Fashion-Pilgern kann wirklich an die Substanz gehen. Und wenn man seine restlichen Kröten nicht unbedingt für Champagner und Trüffel-Pommes in der Sansibar loswerden will, dann gibt es aufgrund der großen asiatischen Gemeinde in Düsseldorf, fabelhafte kulinarische Regenerierungsangebote.

Ein absoluter Liebling ist sicherlich das koranische Restaurant Yogi (Grupellostraße 5, 40210 Düsseldorf). Angesichts der Tatsache, dass dort vorwiegend Asiaten essen, glaube ich nun einfach mal, dass es sich wirklich um authentische Küche handelt, denn am Ende des Tages kann ich es nicht wirklich beurteilen.

Es ist ein kleines, unscheinbares Restaurant, dass mit seinem Logo eher an einen frozen Joghurt Laden erinnert. Und nein, es ist kein Raumwunder, sondern auch von innen klein und mal abgesehen von der Atmosphäre und dem liebevollen Wandschmuck eher unspektakulär was die Einrichtung betrifft.

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Was Superman da wohl sagt? HUNGER?!

Was also macht es zu meinem Liebling? Allen voran das Essen und der Service.

Gestartet wird immer mit den aktuellen Amuse-Gueule. Und je länger mein armer Mann mit mir shoppen musste, umso freudiger lenken die kleinen Grüße aus der Küche von den durchgestandenen Strapazen ab:

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Freude!

Mittlerweile waren wir fünfmal im Yogi und haben jedes Mal eine andere Auswahl bekommen. Von Soja-Sprossen, Kimchi über Kartoffelsalat war alles dabei. Eine wunderbare Ergänzung zu den leckeren Vorspeisen, die wir jedesmal bestellen, weil sie einfach zu lecker sind, um sie nicht zu bestellen 😋 Und mal ehrlich: eine asiatische Bieralternative zu Alt tut auch mal gut.

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Kimchi Pfannkuchen und eierlei Grüße aus der Küche

Yogis‘ Karte ist überschaubar und es ist zwingend erforderlich die Hinweise zur Schärfe der Gerichte (Anzahl der Chilli-Schoten) ernst zu nehmen. Sieht man so gar nicht scharf aus 😂 warnt die freundliche Bedienung aber auch zusätzlich. Schlägt man die Warnung in den Wind, dann tauscht man den gebratenen Schweinebauch mit Weißkohl (mit einer Chilli) einfach gegen die Nudeln mit schwarzer Bohnensoße und Schweinefleisch (Null Chilli) und lässt den geschundenen Ehemann leiden.

20191122_194505 - KopiertSasangmyeon (oben) und Bul Suyuk

Auch vor dem Reiskuchen (eine Chilli) wurde ich gewarnt. In dem Fall eher, was die Konsistenz betrifft, als die Schärfe. In der Tat, ein gewöhnungsbedürftiges Gericht, das extrem satt macht – auch die Langmütigkeit meines Gatten hat Grenzen… Satt wird man so oder so, während das Portemonnaie nicht übermäßig belastet wird.

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Ddukbokki – Reiskuchen mit Eiern

Obwohl wir mittlerweile schon etliche Gerichte der Karte probiert haben, sehen wir an den umliegenden Tischen immer wieder kurioses. Offenbar bestellen Asiaten einfach anderes, als wir verknöcherten Deutschen. Einen Teil der genialen Atmosphäre des Yogi macht genau das aus. Ein Tisch voller Gerichte, teils auf Mini-Gasöfchen, auf die alle gemeinsam zugreifen. Und Hand aufs Herz: ich würde die Hühnerfüße und andere Gerichte, wie zum Beispiel „gedämpfte Eier“ probieren, aber die angekündigten vier Chillis machen das (zum Glück) völlig unmöglich.

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Nichts desto trotz: wir kommen wieder, denn ein paar Gerichte können wir noch probieren, ohne Feuer zu spucken!

Impressionen:

 

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