Gefürchtet und geliebt – der Plissee Rock

Letztes Jahr kaufte ich mir meinen ersten Plissee Rock in einem wunderschönen Bordeaux Ton und war stolz wie Oscar, als ich ihn lässig mit einem langen Sweater kombiniert zum Essen gehen mit meinem Liebsten und meinem besten Kumpel trug. Stolz deswegen, weil ich mich echt krass trendy fand und zum anderen, weil ich immer dachte, Plissee macht einfach nur fett. Wie es manchmal so läuft, machte keiner eine Bemerkung, also fragte ich dezent freudestrahlend: „Und, sehe ich nicht toll aus?“. Die Kritik war vernichtend und ich verlor unmittelbar die Freude an dem Outfit. Genau besehen war sie allerdings berechtigt und ich verkaufte den Rock ziemlich bald.

Love it or Leave it

So schön Plissee ist, so selten steht es Frauen, denn kaum ein Kleidungsstück trägt mehr auf, als ein Plissee Rock und so finde ich auch viele Kombis, die ich bei meinem leidenschaftlichen Shoppingqueen schauen oder auf Instagram sehe wirklich gelungen. Dennoch scheint Plissee uns Mädels magisch anzuziehen. Warum? Ich weiß es wirklich nicht!

Langer Rede kurzer Sinn. Neulich, beim Erkunden des neuen Geschäftes von Daniel Thiel, der uns schon seinerzeit bei Windsor beraten hat, fiel mir wieder ein Exemplar in die Hände, dass unschuldig schön wirkte. Bezeichnenderweise von Windsor. Mein Mann fand ihn toll, doch ich zögerte unter der Behauptung, dass mir das einfach nicht stehe und selbst mich, die ich sehr schlank bin, fett machen würde. Aber alle sahen mich nur mitleidig an und schüttelten die Köpfe, also wanderte der Rock mit in die Kabine. Und da war sie wieder – die Magie – das federleichte Schwingen, eine entfernte Erinnerung an Marylin Monroes Szene über dem Lüftungsgitter. Ja, ja, das ist ein Plissee Kleid 😉

Aus gegebenem Anlass also:

Stylingtipps für einen gelungen Auftritt in Plissee

Gerade um den Bauch und die Hüften herum macht Plissee die Probleme, denn nur echte Models können einfach ein T-Shirt dazu tragen. Alle normalen Frauen sollten diese Region kaschieren. Zum Beispiel im Layering Look. Zum Vergleich – so sieht der Look ohne den weißen Pulli unter Pulli aus – langweilig und ein bisschen unförmig:

Kontrast mit Lagen funktioniert schon mal. Das war das ganz kleine Einmaleins. Interessant kann auch sein, wenn man Oversize ins Spiel bringt. Gleicher langer Pulli, aber grobe Oversize Strickjacke von Marc Cain. Mit oder ohne Gürtel variiert:

Ein bisschen mutiger (finde ich zumindest) wird es mit Blazer und Gürtel. Und Ladies, bitte nicht nur Blazer. Das sieht einfach nur nach Sack mit Falten aus 😉 Ich mag den momentanen Trend längere Blazer (hier Drycorn for beautiful people) mit Gürtel zu formen. Super geht das auch mit den derzeit angesagten Gürteltaschen.

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Eine weitere tolle Möglichkeit ist Kleid über Plissee Rock. Das ist einer meiner Favoriten, denn es ist sehr kuschelig, insbesondere mit meinem neuen Kaschmirkleid von Sminfinity. Für den Herbst / Winter einen schmalen Rolli drunter, Strumpfhosen und derbe Schuhe (Hope) und fertig ist der stylische Knuddellook:

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Es ohne Gürtel zu tragen würde ich eher schmalen Frauen mit wenig Busen empfehlen, sonst wird es schnell zu zeltig. Dazu noch ein fetter Schal und fertig:

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Und weil ich mich aufgrund dieses Rockes derart mit Plissee versöhnt habe, gab es gleich noch ein komplett plissiertes Kleid. Ebenfalls Windsor, dass ich demnächst mal Herbstmäßig kombinieren werde. Ich liebe es und will einfach nur noch tanzen, oder im Wind stehen 😉

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